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Prof. Magel Interviewpartner des nationalen Fernsehens von Taiwan

31.08.2015

Weyarn, im August 2015: Brütende Hitze herrschte bei den Außenaufnahmen des nationalen taiwanischen Fernsehteams in Weyarn und beim stundenlangen Interview mit Prof. Magel.


v.l.: Dolmetscher Chen-Yu Ko, Interviewer Prof. Lin Sheng-Fong, Prof. Holger Magel und eine Teamassistentin (Foto: Prof. Magel)

Dreharbeiten in Weyarn (Foto: Prof. Magel)

Magel wurde als Gesprächspartner ebenso wie Altbürgermeister Michael Pelzer ausgewählt, weil beide in Taiwan längst durch ihre zweimalige Vortragstournee quer über die Pazifikinsel bekannt sind, zuletzt im März 2014. Auch der Absolvent der TUM und Doktorsohn von Prof. Magel, Dr Chin Yi Wu, der nun an einer Taiwanischen Universität im Südosten der Insel für die Stärkung der Rechte und Verbesserung Lebensverhältnisse der indigenen Bevölkerung durch Landentwicklung kämpft und forscht, sorgt für Verbreitung deutschen und bayerischen Wissens und für Kompetenz in Land- und Dorfentwicklung sowie Integrierter Ländlicher Entwicklung und Landesplanung. So war es nicht überraschend, dass Bayern und hier Weyarn als Drehort ausgewählt wurden.

Das siebenköpfige Team des Senders Taiwan Public Television Service (PTS) (vergleichbar dem ARD oder in Bayern dem BFS) arbeitet unter Leitung von Architekturprof. Lin Sheng-Fong von der Shi-Chien University, Department of Architecture, an einer zehnteiligen Dokumentation mit dem Titel „The Eternal Farm Villages“, die im Jahr 2017 in einstündigen Episoden ausgestrahlt werden soll. Berichtet wird unter anderem über Biobauern in Japan, Bienen in niederländischen Gewächshäusern, Bewässerungsgemeinschaften im Terrassenanbau auf Bali in Indonesien, Weinanbau im Napa Valley in Kalifornien, USA, ökologische Landwirtschaft auf Kuba und - über Landschaftsbewirtschaftung auf der Schwäbischen Alb sowie Ländliche Entwicklung in Bayern.

Prof. Lin, der sogar schon Minister in einer früheren Regierung war, zeigte sich als äußerst sachkundiger Fragensteller und quetschte Prof. Magel stundenlang aus. Die Fragen erstreckten sich von der europäischen Agrar- und Strukturpolitik bis hin zur Integrierten Ländlichen Entwicklung, Partizipation, Governance, Stadt-Land Kooperation, Interkommunale Allianzen, Bodenordnung, Baurechtsfragen und Umweltpolitik. Alles Themen, die nun auch im dicht be- und zersiedelten Taiwan von Interesse sind. Besonderes Interesse und Bewunderung galten dem im Gegensatz zu Taiwan weitgehend intakten Außenbereich in Weyarn. Magel erklärte die Regelungen zum strengen Schutz der Landschaft in Bayern und die Notwendigkeit, an ihm trotz ökonomischer Zwänge und Entwicklungsansprüche (Gewerbegebiete, etc.) festzuhalten und bei konträren Ansprüchen immer eine nachhaltige Lösung zu suchen.

Auf die Frage, wie er sich so akribisch und fachlich gekonnt auf das Interview vorbereitet habe, zeigte Prof. Lin verschmitzt die in Chinesisch übersetzten Manuskripte Prof. Magels von seiner letztjährigen Vortragsreise in Taiwan! Das kann man echt einen erfolgreichen Wissenstransfer von Deutschland nach Taiwan nennen!